Radtouren

Natürlich ist das Fahrrad eines der beliebte­s‍ten Fortbewegungsmittel für kurze Strecken - auch für einen Sonntagsausflug ist es gut geignet. Energetisch macht es auf jeden Fall Sinn, und für den mit Benzin oder Diesel befeuerten Kalt­s‍tart-Boliden ist es eine lebensverlängernde Maßnahme, diesen mal stehen zu lassen.

FluchtfertigSicher kann man auf eine längere Tour mit dem Fahrrad völlig durchge­s‍tylt, akribisch geplant und bis zur simulierten Muskelzerrung motiviert gehen. Man kann auch Reiseführer, fremde Erlebnisberichte, lokale Wetterprognosen und diverse Rad-Apps nutzen, um dann beruhigter in die Pedale treten zu können. Nicht zu vergessen sind natürlich auch eine ausreichende Menge an Bildaufnahmegeräten, um den zu beeindruckenden Betrachtern das Erlebte stundenlang großformatig unter die Hirnrinde zu drücken. Die wehren sich ohnehin nur selten hörbar!
Eventuell hilft es ja auch, die hauteng sitzende Funktionswäsche imStile eine Eddi Merks gegen einen esoterisch, homöopatisch oder quanten-geheilten, den Erdstrahlen trotzenden Ganzkörperanzug zu tauschen? Vorbereitung ist doch alles, oder?

 

Aber - ist es DAS? Steht das für Erlebnis? Wo ist denn da der Spaß?

Nach nunmehr sechs größeren Touren lehrt die Erfahrung, das viele Dinge wichtig sind, aber garantiert nicht die oben genannten. Denn der ganze schöne Plan kann schon am er­s‍ten Tag tüchtige Dellen bekommen. So sind zum Beispiel Umleitungen oder Bau­s‍tellen gerade in den Sommermonaten, wenn die Radtour dann im Jahresurlaub starten soll, eine beliebte Aufmerksamkeit der Baubetriebe, das weitere geographische Umland zu erkunden.

Isny-Feldkirch Isny-Wien          

Was also ist wichtig? Also wirklich wichtig?! Ich mach's kurz:

ein zuverlässiges Fahrrad

Ein solcher Drahtesel muß nicht aus Omas Zeiten oder postmodern sein, auch ob der Rahmen aus Alu oder Stahl ist - Geschmackssache. Nur Karbonrahmen scheinen zu kratzerempfindlich zu sein, als das sie den hier und da nötigen rauhen Bahntransport schadlos über­s‍tehen können. Essentiell sind gute Reifen, da gibt's ganz tolle Reifen, die durch eine Einlage in der Lauffläche gut vor Nägeln und Glasscherben schützen, gute Bremsen, gute Lager (Tret-, Rad-, Pedal-  und Lenkungslager), eine solide Kette, die noch gut kämmt - halt die wichtig­s‍ten Verschleißteile müssen funktionieren. Gepäckträger und Ständer müssen stabil und der Last angemessen sein. Außerdem ist es empfehlenswert, sich wenig­s‍tens die Grundkenntnisse der Radreparatur anzueignen - und schon zu Hause mal ein Hinterrad aus- und wieder einzubauen. Dabei merkt man schnell, welches Werkzeug notwendig ist. Ein Rückspiegel ist nützlich, aber kein Muß.

eine(n) zuverlässige(n) Mitfahrer(in)

Diese(r) sollte den Punkt oben beachten und von ähnlicher körperlicher Tauglichkeit sein wie man selbst.

wenig Gepäck

Bisher hatten wir immer zuviel Gepäck dabei, zuviele Hemden, zuviele Blusen, zuviele Schuhe, zuviele Reiseführer und zuviel elektrische Rasierapparate. Das wenige aber sollte möglichst wasserdicht verpackt sein. Fliegendichte Brille. Sonnenschutz für die Epidermis, die rausguckt, besonders für die Hände! Wanderschuhe gehen immer!

 

Planung

Grobe Zielvorgaben sind leichter einzuhalten als genaue "Punktlandungen" - wir fahren so weit, wie es geht, wie wir wollen - und da wird dann eine Bleibe gesucht, irgendwas ist immer zu finden. Es ist nicht verwerflich oder ein Abweichen von der "Reinen Lehre", wenn mal der Zug genommen wird - wir haben schließlich Urlaub!

Sachen, die Gaudi versprechen

Auf der letzten Tour war zum Beispiel ein kleiner mp3-Player mit Lautsprecher oben am Lenker befe­s‍tigt - und schon tönte meine Lieblingsmusik in Wunschlaut­s‍tärke entlang des Radweges. Mit Iron Maiden, Sabaton und Accept an Inn, Drau und Mur entlang - das ist der Hammer! Im Rückblick bleibt sowas nämlich am deutlich­s‍ten in Erinnerung.

Testfahrt

Bin ich fit genug? Ist mein Rad fit genug? Wenn nicht, dann zumindest das Fahrrad herrichten. Die eigene Lei­s‍tungsfähigkeit kommt dann schon noch...